Die Kanaren. Das Hawaii Europas? Naja, nicht ganz so exotisch, aber die ein oder andere Erinnerung an die paradiesischen Inseln im Pazifik fand ich auf der spanischen Inselkette im Atlantik dann doch :).

Hier findest du meine Tipps für deinen Inseltrip.

Beste Reisezeit / Klima

Mit ganzjährig milden Temperaturen und Sonnengarantie an 300 Tagen, ist es auf den 7 Inseln ganzjährig warm und sie locken jährlich Touristen an, die in den Wintermonaten den kalten Temperaturen zu Hause entfliehen möchten.

Quelle: Holidayguru.ch

Für mich boten sie im März 2019 das ideale Ziel, um der verschneiten Schweiz zu entfliehen und meinen Vitamin D Haushalt nahe des afrikanischen Kontinents aufzutanken.

Warme Kleidung sollte trotzdem im Gepäck landen, um sich an den kühlen Abenden keine Erkältung zu holen. Unterschätze auch die angenehme Tagesemperatur durch den stetigen Wind nicht und creme dich trotzdem fleissig mit Sonnencreme ein, um nicht mit einem Krebschen verwechselt zu werden 😉

(Günstige) Flüge finden

Bei einem Inselhopping auf den Kanaren stellt sich zu Beginn die Frage: Wo starte ich und wo endet meine Reise? Da nicht täglich Flüge auf und von den Kanaren ins Heimatland fliegen, bietet es sich an, die Ganzmonatsfunktion auf Skyscanner zu nutzen. Mehr Details zur (günstigen) Flugsuche findest du in diesem Beitrag.

Die Inseln

Unumgänglich ist auch die Frage, auf welche Insel oder Inseln es denn überhaupt gehen soll. Als Inspiration hierfür sollen dir meine Reisetagebuch Einträge, sowie nachfolgende Kurzzusammenfassung der 7 Inseln dienen:

 

Saxon Reisetitelbild Dänemark Kategorie 1
Saxon Reisetitelbild Dänemark Kategorie 1

El Hierro

Eine verträumte kleine Insel, an der die Zeit still zu stehen scheint. Nur 27km breit gibt es auf der kleinsten Insel der Kanaren keine grossen Städte und sie eignet sich ideal für alle Ruhesuchenden.

La Palma

Die Regeninsel gilt als „Die Grüne“ der Kanaren. Die satte Landschaft ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber.

La Gomera

Die zweitkleinste Insel lockt alle an, die sich abseits vom Massentourismus und riesigen Hotelanlagen erholen oder etwas erleben wollen. Ohne direkte internationale Flugverbindungen verirren sich hierhin weniger Touristen, da die Anreise per Fähre oder Inlandflug über Teneriffa erfolgen muss.

Teneriffa

Die Grosse und Vielfältige, mit dem Teide, dem höchsten Berg Spaniens. Strandfaulenzer kommen an den puderweichen Stränden auf ihre Kosten und Abenteurer können an den rauen Küsten und in den Gebirgen ihre Erlebnislust stillen.

Gran Canaria

Tourismusboom im sonnigen Süden und Berglandschaften im Landesinneren machen Gran Canarias Vielseitigkeit aus. Eindrücklich sind die Sanddünen von Maspalomas und die unberührten Klippen im Westen.

Fuerteventura

Die trockenste Insel mag auf den ersten Blick öde wirken, doch die Marsähnliche Landschaft hat ihren ganz eigenen Reiz und beherbergt wunderschöne Strände mit türkisblauen Meer, das zudem ein Paradies für Wind- & Kitesurfer ist.

Lanzarote

Ein Abstecher auf den Mond gefällig? Die eindrücklichen Feuerberge im Timanfaya-Nationalpark geben einem das Gefühl, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein – so surreal und beeindruckend ist die Vulkanlandschaft dort. Auch an schönen Badestränden mangelt es der Insel nicht.

Sightseeing-Map

Mehr Eindrücke zu den Sehenswürdigkeiten der Inseln erhältst du per Klick auf die einzelnen Punkte:

Transport

Mietwagen

Bereits in Hawaii war ich begeistert von der App Billiger-Mietwagen.de. Die Plattform vergleicht die unterschiedlichen Anbieter, bietet eine direkte Buchungsfunktion an und auch der gesamte Versicherungskram, welcher bei Fremdfahrzeugen immer ein wichtiges Thema ist, ist jederzeit leicht ersichtlich. Zudem ist ein Mietwagen auf den Kanaren unumgänglich, um die Schönheiten der Inseln ideal erreichen zu können und flexibel zu sein. Roadtripfeeling ist angesagt =)

Ein paar Zahlen: 2’164 km per Auto und 264 km mit dem Motorrad. Davon 410 km auf Fuerteventura, 436 km auf Lanzarote, 578 + 264 km auf Teneriffa und 740 km auf Gran Canaria. Klingt nach mehr als es sich in diesen 3 Wochen angefühlt hat. Tatsächlich lassen sich die kleineren Inseln sogar problemlos an einem Tag umrunden oder eine Strecke von Norden nach Süden zurücklegen. Bei den grösseren Inseln (Teneriffa und Gran Canaria) sollten die Strecken schon etwas besser aufgeteilt werden, insbesondere die kurvigen Abschnitte in den Gebirgen.

Die Offline-Karte von Google Maps erspart die Navimiete. Zudem lassen sich so auch per einfachem Klick mal eine Tankstelle oder ein Supermarkt finden.

! Achtung bei der Fahrzeugübernahme (& Buchung) vor den Spanischen Öffnungszeiten & langen Mittagspausen.

Busverbindungen

Wenn dann doch mal ein Bus benötigt wird, um beispielsweise zum Flughafen oder an einen Hafen zu gelangen, so waren unsere Erfahrungen durchaus positiv. Die Busse sind äusserst komfortabel und gleichen eher einem Reisecar. Vorab online die Route und Fahrzeiten checken, etwas Zeitreserven einplanen und schon ist auch diese überaus günstige Transportart sehr bequem. Die Kosten liegen meist zwischen 1-5 Euro pro Fahrt – also wirklich sehr günstig. Man sollte lediglich genug Kleingeld dabei haben, da die Chauffeure meist nur bis 10 EUR rausgeben können (gilt auch für Taxis).

Inselhopping

Meine Route war aufgrund meiner Reisepartnerwechsel eigentlich etwas unlogisch, passte aber so für mich =)

Start mit meinem Freund: 4 Tage Fuerteventura.
Mit der Fähre ging es dann für 5 Tage nach Lanzarote.
Von da aus flogen wir nach Teneriffa (Norden), wo wir 6 Tage auf der grössten Insel verbrachten. Da Domi von Fuerteventura aus wieder nach Hause flog, flogen wir nochmals für 1 Nacht zurück auf Fuerteventura. Nach 1 weiteren Nacht alleine, ging es für mich per Kurzflug nach Gran Canaria, wo ich die letzten 7 Tage mit meinen Eltern verbrachte und von dort aus die Heimreise antrat.

Per Fähre

Die Fahrzeiten und Preise der Fähren haben wir vorab online nachgeschaut, am Hafen jedoch das Ticket gekauft und so sogar weniger bezahlt als auf der Webseite angegeben war. Corralejo (Fuerteventura) -> Playa Blanca (Lanzarote) = EUR 15.- mit Lineas Romero (45min Fahrt, es gäbe auch ein teureres Express-Boot, welches nur 25min hätte).

Da unser Reiseverlauf schnell relativ klar war, stellten wir fest, dass dies per Fähre sehr ungemütlich werden würde. Von Lanzarote aus dauert die Fahrt ca. 8h nach Teneriffa. Und um von Fuerteventura nach Gran Canaria zu gelangen, wären ebenfalls ca. 5h auf offener See nötig. Schnell war klar, der komfortablere Weg per Flugzeug soll es sein.

Per Flugzeug

Hierfür buchten wir Direktflüge mit CanaryFly. Deren Propellerflugzeuge bringen einen in nur 40-50min Flugzeit auf die nächste Insel. Mit der Online-Übersetzung verlief auch der Buchungsprozess auf der spanischen Webseite reibungslos. Zudem beinhaltet das Ticket bereits das Gepäck und je nach Angebot fliegt man sogar günstiger als man mit der Fähre bezahlen würde. Was ich auch sehr speziell fand: Freie Sitzwahl =D

Stand: März 2019


Unterkünfte

📍= Ortschaftsempfehlung für die Lage der Unterkunft

Falls du neu bei Airbnb bist, hier ein Gutschein auf deine erste Übernachtung =)

Fuerteventura

📍Costa Calma (Süden) oder El Cotillo (Norden)

Lanzarote

📍Caleta de Fuste oder Teguise

Teneriffa

📍Tacoronte oder Buenavista del Norte (Norden), El Médano oder Los Gigantes (Süden)

Gran Canaria

📍Maspalomas oder Puerto de Mogan (Süden)

Kulinarisches

Die Kanarische / Spanische Küche ist unglaublich lecker und hat tatsächlich ausser frischem Fisch und zu günstigem Fleisch einiges für Vegetarier im Angebot.

Abgesehen von den stark vom Tourismus überlaufenen Orten wie z.B. Maspalomas in Gran Canaria oder der Südzipfel von Lanzarote, fanden wir die Preise sehr günstig und haben die Portionen aufgrund dieser meist unterschätzt.

Verwöhne deinen Gaumen bei einer Zusammenstellung aus verschiedenen Tapas und lasse dir vor allem folgende Gerichte nicht entgehen:

  • Papas Arugadas con Mojo rojo y Mojo verde (Salzschrumpfelkartoffeln mit den würzigen kanarischen Saucen), typischerweise werden sie nebst Salat zu Fisch serviert
  • Pimientos de Padron (In Olivenöl frittierte Paprikaschoten mit Meersalz verfeinert, überraschend bitter aber lecker auf ihre eigene Art)
  • Paella (Das leckere Reisgericht aus der Pfanne)
  • Pan y alioli (Brot mit Knoblauchmayonnaise)
  • Pan amb tomaquet (Die Spanische Version von Bruscchetta, Tomatenmarmelade auf Brot)
Papas Arugadas mit zweierlei Mojo Sauce
Oben links: Pimientos de Padron, rechts: Gemüsepaella

Und noch mer Portemonnaiefreundlicher macht natürlich auch das selbst kochen im Airbnb spass =).

Mein Fazit

Die Kanaren haben meine ziemlich hohen Erwartungen erfüllt, getoppt und mich mit noch mehr Schönheiten überrascht, als ich ursprünglich erwartet hätte. Auf diesen Inseln findet einfach jeder etwas für sich! Ob Strände zum Faulenzen, Wellen für die verschiedensten Surfvariationen, Landschaften um sich in Fotografie auszuleben oder um wandern zu gehen… In nur 4h Flugzeit erreicht man die tolle Inselkette und kann sich von den unterschiedlichen Landschaftsarten der 7 Inseln begeistern lassen. Besonders die Kontraste von Fuerteventura zu Lanzarote zu Teneriffa & Gran Canaria haben mich geflasht! Von Sanddünen über Canyons und Schluchten bis zu schwarzen Vulkanlandschaften vor türkisfarbenem Meer ist alles mit dabei. Und das, obwohl die Inseln nur ein Katzensprung nebeneinander liegen – echt faszinierend!

Würde ich nochmals hinreisen? Vielleicht wenn es sich ergibt, dann aber wohl eher auf die kleineren Inseln im Westen (La Palma, La Gomera, El Hierro) um mich nochmals von der vielseitigen Natur beeindrucken zu lassen. Aber davor reizen mich vielmehr noch weitere Inselhopping-Reisen auf den noch so vielen anderen Inselketten dieser Welt.

Viel Spass bei deinem Trip! =)

Video

*Alle in diesem Beitrag erwähnten Anbieter und Verlinkungen beruhen auf Empfehlungen aus eigener Erfahrung und sind deshalb unbezahlte Werbung.