Tag 4, Freitag 15. März:

Ein Reisetag ist angesagt. Auschecken, mit dem Mietauto an den Flughafen fahren, wo wir eigentlich einen Deal aushandeln möchten, um es am Hafen abgeben zu können – leider nicht möglich, da typisch Spanisch: Büro von 12-16 Uhr geschlossen. Also verabschieden wir uns von dem roten Toyota und nehmen den Bus nach Corralejo. Der am nördlichst liegende Hafen ist durch den wilden Atlantik von der Nachbarinsel Lanzarote getrennt. Unser nächstes Ziel sehen wir bereits aus der Ferne und erreichen es nach nur 45min schwankender Fahrt (ginge auch per teurerem Express-Boot in 25min). In Playa Blanca können wir trotz 1.5 stündiger Verspätung unser Mietauto ausserhalb der eigentlichen Büroöffnungszeiten entgegennehmen. Die Angestellte wirkt sehr gestresst und die gesamte Fahrzeugübernahme eher schludrig. Auch das Gefährt – ein Knochen von einem Fiat – ist im Gegensatz zum schon sehr einfachen Toyota ein ziemliches Downgrade ^^‘. Vor allem da bereits beim Einsteigen das Symbol für den zu niedrigen Reifendruck aufleuchtet und der Tank nicht mal ganz voll ist. Hmmm… Lanzarote – ein nicht so guter Start?

Denkste… losgefahren und alles ist vergessen! Die Landschaft ist kanarentypisch trocken, jedoch schon grüner aber vor allem schwärzer als die Natur auf Fuerteventura. Grellweisse Flachdachhäuser heben sich im starken Kontrast zum Untergrund ab und erinnern mit teils blauen Verzierungen eher an Griechenland, als an Spanien. Mit nur 45min Fahrt zur Unterkunft im Nordosten der Insel, sind auch die Distanzen überschaubarer. Die Strecke führt über einen Hügel, der uns bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Nationalpark Timanfaya gibt, sowie vorbei an den absolut besonderen Weinplantagen „La Geria“ genannt. In trichterförmige Vertiefungen wird jeweils eine Pflanze gesetzt. Dadurch wird sie von dem fruchtbareren Boden im Innern genährt und das wenige Wasser (Jahresniederschlag nur 100-200mm) sammelt sich besser im durchwurzelten Boden und fliesst nicht weg. Die halbkreisförmigen Mauern aus basaltischen Lavabrocken schützen zudem von den oft kräftigen Winden.

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Schliesslich erreichen wir den Surferort „Caleta de Famara“, wo wir passenderweise in einem Surfshop empfangen und zur Unterkunft gebracht werden.

Und was für eine! Die Fotos haben nicht zu viel versprochen. Toller windstiller Aussenbereich mit Hängematte und Hängesessel, Aussicht aufs Meer und die kleine Nebeninsel La Graziosa. Wir sind uns einig: Diese Unterkunft würden wir uns sofort kaufen und das halbe Jahr auf der Insel verbringen =).

Der erste windige Drohnenflug.

Ich muss zugeben, die vegetarische Ernährungsweise gestaltet sich auf den spanischen Inseln etwas schwieriger als erwartet. Ultra günstiges Fleisch und frischer Fisch sind der Hauptbestandteil aller Speisekarten. Dadurch, dass wir grösstenteils selbst kochen, vereinfacht sich meine Essensituation natürlich.

Nur 400m von unserer Unterkunft entfernt entdecken wir ein verlockendes Schild. Ein Restaurant wirbt mit veganen und vegetarischen Speisen. Im El Sibarita verwirrt uns zwar die englische Speisekarte, die durch den Mix aus veganen, vegetarischen und Fleisch/Fisch Speisen etwas unübersichtlich scheint, was auch immer ich mir bestellt habe, schmeckt jedoch köstlich!

Am Meer entlang spazieren wir zurück ins gemütliche Häuschen, wo wir während dem Schlummertrunk Besuch einer niedlichen Katze kriegen und schliesslich zum Meeresrauschen einschlafen.

Tag 5, Samstag 16. März:

Mein heimlich erwartetes Highlight steht heute auf dem Programm: Ein Ausflug in den Timanfaya Nationalpark. Eine auf 51 Quadratkilometern verteilte Vulkan-Landschaft erwartet uns mit Lavagestein, auf denen noch die ursprüngliche Fliessrichtung sichtbar ist, sowie die für Lanzarote berühmten Feuerberge. Bereits die selbständige Fahrt durch den Nationalpark beginnt eindrücklich.

Die Fahrt durch den Nationalpark auf gut geteerten Strassen.
Auf dem dunklen Untergrund kommen die Farben besonders gut zur Geltung.

Viele würden die Landschaft nicht als „schön“ bezeichnen, vielmehr gleicht sie einer Mondlandschaft, die einem das Gefühl gibt, auf einem fremden Planeten gelandet zu sein. Eindrucksvoll wird einem hier mal wieder klar, wie klein der Mensch im Vergleich zu den Gewalten von Mutter Erde ist. In den 10 EUR Eintrittsgebühr ist die ca. 40 minütige Busfahrt inkludiert. Sie führt durch den wohl faszinierendsten Teil des gesamten Nationalparks, dessen Landschaft nach dem letzten Ausbruch im Jahr 1824 entstanden ist.

Der Bus hält immer mal wieder, damit man die Aussicht geniessen und ein paar Fotos schiessen kann.

Die wohl beste Aussicht auf die Montañas del Fuego

Wir bleiben direkt im Nationalpark. In der Mittagssonne, die uns trotz dem kühlen Wind zügig einheizt, entscheiden wir uns gegen eine Kraterwanderung und für einen Abstecher an die Küste. Direkt am Anfang des Fischerorts El Golfo befindet sich der für Lanzarote bekannte grüne See Charco de los Clicos, wegen seiner Farbe auch oft nur Lago Verde genannt. Die giftig schimmernde Lagune liegt zwischen einem Vulkankrater und dem türkisblauen Meer. Die roten Steine mischen auch noch im Wettkampf der Farben mit und es ist ein wunderbarer Anblick. Das Grün entsteht übrigens durch die Algen, die sich in der Lagune gebildet haben und durch ihren hohen Salzgehalt, welcher unterirdisch konstant durch das Meer genährt wird, besonders stark schimmern.

Das Fischerdorf ist bekannt für: Fisch natürlich =D

Was mir nicht in den Magen kommt, geniesst dafür Domi, der blind den Fisch des Tages bestellt und das namenlose Geschöpft zum Mittagessen vertilgt. Zu meinen Tapas werden 2 Variationen der kanarischen Mojo Sauce serviert. Ultra lecker!

Schliesslich erreichen wir nach nur 5minütiger Weiterfahrt die Los Hervideros. Eine gut ausgeschilderte Felslandschaft, zwischen denen man die Wellen hört und sieht. Die Wege führen durch die Lava Landschaft und man hat einen tollen Blick in den Lavatunnel.

Tag 6, Sonntag 17. März:

Jeden Sonntag findet in Teguise der grösste Markt der Insel statt. Von 9 bis 14 Uhr werden die Strassen abgesperrt und die Händler präsentieren ihre Waren auf den Markttischen. Von traditionellen Handwerkskünsten bis zu Markenfälschungen findet man hier alles. Einige der Marktbetreiber haben sich sogar Faschingsmässig passend zu ihrem Angebot verkleidet. Eine tolle Sonntagsbeschäftigung, auch wenn sich das vielfältige Angebot nach den ersten paar Gassen immer wieder zu wiederholen scheint.

Aloe Vera Pflanzen findet man auf Lanzarote zahlreich.

Mit den mit Bedacht ausgesuchten Souvenirs – mehr dazu in meinem Minimalina Beitrag =) – folgen wir anschliessend dem Schild gen Norden. Vorbei an bepflanzten Feldern, die uns an die Reisterrassen in Bali erinnern, erreichen wir schliesslich den hoch liegenden Aussichtspunkt im Nordzipfel der Insel: Der Mirador del Río. Hoch oben auf den steilen Klippen hat man hier einen wunderbaren Blick auf die kleine Nachbarinsel La Graziosa und die kitschig blauen Buchten, die im Sonnenlicht um die Wette glitzern.

Auf dem Rückweg nach Caleta de Famara bietet sich ein Stopp am Ort namens Stratified City an. Die äusserst eindrücklichen grauen Gesteinsformationen sind nach wie vor ein echter Geheimtipp und nur wenige Touristen verirren sich hierhin. Auch wir teilen den faszinierenden Ort, der vielmehr an die Landschaft in den Nationalparks der USA, als an eine Europäische erinnert, nur mit einer Handvoll anderer Neugierigen.

Unsere Neugierde über die Entstehung dieses Ortes können wir durch nachträgliches googlen leider nicht stillen. Durch ein wenig Hintergrundwissen reimen wir uns zusammen, dass hier wohl früher der Verlauf eines Flusses war – darauf scheint eine Art Brückenkonstruktion hinzuweisen. Die Schichten in den Steinen und die Canyonhafte Landschaft scheinen ebenfalls durch das Wasser des ehemaligen Flusses entstanden zu sein. Wer’s besser weiss, soll mich doch bitte in den Kommentaren aufklären =D.

Tag 7, Montag 18. März:

Vamos a la Playa – dank dem berühmten Lied wohl der allererste spanische Satz, den ich beherrsche :P. Nämlich geht es heute zum schönsten Strand von ganz Lanzarote: Dem Playa de Papagayo. Gegen die Gebühr von 3 EUR pro Fahrzeug dürfen wir über die Schotterpiste zu den 8 naturbelassenen Buchten im Süden der Insel fahren.

6 der naturbelassenen Buchten.

Bei der ersten Bucht, dem Playa de Mujeres legen wir eine kleine Schnorchelsession ein, was bei dem eiskalten Wasser ziemlich an Überwindung braucht. Allzu spektakulär ist die Unterwasserwelt dann leider auch nicht, aber da sind wir wohl bereits sehr verwöhnt, durch unsere Schnorcheltouren in exotischeren Gewässern.

Allerdings machen die Buchten ihrem Ruf der schönsten Strände Lanzarotes alle Ehre. Puderweicher Sand zwischen harten Klippen treffen auf klares blaues Wasser.

Als nächstes machen wir einen Abstecher zum Playa de Papagayo, welcher definitiv mit seiner Schönheit überragt und wo man in 2 Restaurants noch einen kühlen Sangria geniessen kann, mmh 🙂

Der etwas kriminelle Drohnenflug da unglaublich windig! ^^‘ Ging zum Glück nochmals gut und die Aufnahmen können sich echt sehen lassen.

Tag 8, Dienstag 19. März:

Das Inselhopping per Fähre haben wir uns etwas leichter vorgestellt als es der Realität entspricht. Diese zeigt nämlich 9h Fahrt auf dem wilden Atlantik an, um von Lanzarote nach Teneriffa zu gelangen. Wir sind uns einig: der bequemere Luftweg soll es sein und so steigen wir heute in das Propellerflugzeug von Canaryfly und erreichen nach nur 50min unser nächstes Ziel: Teneriffa.

** (Unbezahlte) Werbung da Empfehlung