Ein Hauch Alaska – so fühlt es sich an, als wir mitten auf dem gefrorenen See in Kandersteg stehen. Wir befinden uns auf dem Oeschinensee, dem Unesco Weltkulturerbe, der im Sommer mit seinem intensiven Blau zum Schwimmen einlädt und in den Wintermonaten zum Schlittschuhlaufen oder Wandern geeignet ist.

Die dicke Eisschicht wird maschinell präpariert und die Eisdicke, sowie der Zugang auf den See werden überwacht.

Bei dem wunderschönen Rundumpanorama muss man jedoch aufpassen, dass man nicht plötzlich in eins der noch nicht zugefrorenen Löcher tritt, die Fischer zum Eisfischen herausgebohrt haben. Denn zum Eisfischen haben sich zahlreiche Leute an diesem sonnigen Samstag auf dem See versammelt.

Trotz Schnee und einer Höhe von ca. 1’500m wärmt uns die Sonne sosehr auf, dass wir irgendwann nur noch in T-Shirts bekleidet weiterlaufen.

Die Sonne scheint auch die Schneemassen auf den Gipfeln zu schmelzen, sodass zahlreiche schmale Wasserstrahlen die Felswände hinunterfallen. Einer der Wasserfälle erblicken wir bereits aus der Ferne und entscheiden uns, diesen von Nahem genauer anzuschauen.

Durch das eisige Wasser hat sich eine Art Schneeskulptur gebildet. Wie der Beginn eines Schneeschlosses ragt die Eiswand empor. Darunter geht es tief hinab – ein Schluck des kühlen Schmelzwassers bleibt uns somit leider verwehrt :P.

Nach wie vor unabgehakt stand der Oeschinensee eigentlich auf meiner Sommer ToDo Liste. Doch auch im Winter ist er ein wunderbares Ausflugsziel, nicht nur für Skifahrer, Snowboarder und Schlittler, sondern auch für die nicht ganz so grossen Schneehasen wie mich, die das beruhigende Knirschen des Schnees lieber bei einem gemütlichen Spaziergang geniessen.

Wir werden zurückkommen – nächstes Mal ohne Winterjacken und dafür mit Badezeug =D