Der Veganismus hat mich erwischt. Was für ein Klischée für zurückkehrende Weltreisende, ich weiss 😉. Aber überlegt euch doch mal: Vegetarier und noch extremer Veganer verzichten freiwillig auf etliche Genussmittel. Da muss doch auch was dahinter stecken, dass sich jemand sowas antut, oder etwa nicht? 🤔 Und obwohl ich mich noch mitten im Prozess der Ernährungsumstellung befinde, musste ich mir schon so einige blöde Sprüche anhören, was mich zu der Idee verleiten liess, während meiner eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema eine Pro- / Contra Sammlung mit den gängigsten Vorurteilen zu erstellen und euch die passenden Argumente dafür oder dagegen zu liefern.

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Fürchtet jetzt keine blutigen und grausamen Bilder und Videoaufnahmen (dafür empfehle ich euch am Ende einige interessante Dokumentationen), sondern lasst euch überraschen von den nicht ganz so blöden Argumenten der nicht-Fleisch(und tierische Produkte)-Esser und hinterfragt vielleicht selbst das ein oder andere Vorurteil.

 

Ökologische Gründe

Für mich als Weltenbummlerin natürlich einer der Hauptaspekte vegan zu leben. Die Massentierhaltung ist der grösste Klimatreiber – das ist Fakt! Wir hören (und lesen) immer von CO2 Abgasen, Umweltbelastungen durch Verkehr, doch wenn man sich die Zahlen anschaut, übersteigt die Umweltverschmutzung durch die massenhafte Produktion von tierischen Produkten die Zahl bei weitem.

  • Viehzucht ist für 18 % der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Das ist mehr als der kombinierte Ausstoß aller Verkehrsmittel zusammen.
  • Nutztiere und deren Nebenprodukte sind für mindestens 29.000 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) jährlich verantwortlich, das sind 51 % aller weltweiten Treibhausgas-Emissionen.
  • Methan ist 25-100 Mal zerstörender als CO2, gemessen in einem Zeitrahmen von 20 Jahren.
  • Methan hat ein Erderwärmungspotenzial, das 86 Mal höher ist als CO2, gemessen in einem Zeitrahmen von 20 Jahren.
  • Nutztiere sind für 65 % aller auf den Menschen bezogenen Emissionen von Lachgas verantwortlich – ein Treibhausgas mit einem 296fach höheren Erderwärmungspotenzial als CO2.
  • Lachgas bleibt 150 Jahre in der Atmosphäre bestehen.
  • Kühe produzieren jeden Tag 568 Milliarden Liter Methan.

Alle Zahlen aus der Dokumentation Cowspiracy: https://istdasvegan.eu/2016/08/die-fakten-zum-film-cowspiracy/

Nichts destotrotz lauschte ich bei folgendem Gespräch mit:

„Meine Freundin ernährt sich Vegan aus ökologischen Gründen. Dann habe ich sie gefragt, ob sie denn Kleidung bei Zalando bestellt – die Antwort war ja. Sorry, aber dann müssen mir solche Veganer einfach nicht mit Umweltschutz kommen, wenn sie sich die Kleidung heimliefern lässt. Da beende ich die Diskussion dann.“

Eine solche Aussage zeugt für mich von klassischem Unwissen. Setzt man sich nämlich genauer mit dem Thema auseinander und schaut sich die Zahlen schwarz auf weiss an, wird klar, dass es eigentlich lächerlich ist, die Umweltverschmutzung durch den Transport in den Vordergrund zu stellen, denn durch den Verzicht von tierischen Produkten werden so viel mehr Abgase eingespart.

  • Vieh bedeckt 45 % der Erdoberfläche.
  • Viehzucht ist die Hauptursache für Artensterben, Todeszonen in den Weltmeeren, Wasserverschmutzung und Lebensraumzerstörung.
  • Eine Farm mit 2.500 Milchkühen produziert genauso viel Müll wie eine Stadt mit 411.000 Einwohnern.

Ein unökologischer Inhalt des Kleiderschranks ist ein Thema, der des Kühlschrank ein anderer – ein positiver Ansatz in jede Richtung ist ein guter Schritt und sollte nicht gegeneinander ausdiskutiert werden.

Mehr zum Thema Ökologische Gründe: http://www.vegan.at/inhalt/Fussabdruck

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Tofu zerstört den Regenwald

Tofu wird aus Soja hergestellt und für die Produktion von Soja werden riesige Flächen des Regenwaldes gerottet und zurück bleiben Mondlandschaften und ein kaputtes Ökosystem. Bereits 70% des Amazonas sind dem Anbau von Soja zum Opfer gefallen.

Schauen wir uns die Zahlen an: 80% des Sojas wird als Tierfutter verwendet, 9% für Margarine, 1% für Treibstoff und 1% für Sojaprodukte wie beispielsweise Tofu.

  • Viehzucht ist für 91 % der Zerstörung des Amazonas verantwortlich.
  • Jeden Tag sterben bis zu 137 Pflanzen-, Tier- und Insektenarten durch die Vernichtung des Regenwaldes aus.
  • 10,6 Millionen Hektar Regenwald wurden bislang für die Produktion von Palmöl gerodet.
  • 55 Millionen Hektar Regenwald wurden für Viehzucht gerodet.

Der Regenwald ist also ein Opfer der Massentierhaltung und nicht von Tofu.

Hinzu kommt die Ineffizienz des Fleischkonsums:

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Quelle: pro-regenwald.de

Der beliebte Satz „Veganer essen meinem Essen das Essen weg“ ist somit ziemlich Unsinnig, denn mit dem Getreide, welches als Tierfutter verwendet wird, könnte man einige Hungerprobleme auf dieser Welt lösen.

  • Momentan stellen wir genug Lebensmittel her, um 10 Milliarden Menschen damit zu versorgen.
  • Weltweit wird mindestens 50 % des Getreides an Vieh verfüttert.
  • 82 % der hungernden Kinder leben in Ländern, in denen Lebensmittel an Tiere verfüttert werden. Diese Tiere wiederum werden in westlichen Ländern verspeist.
  • Auf einer Fläche von 0,6 Hektar können 16.783 kg auf Pflanzen basierter Nahrung produziert werden.
  • Auf einer Fläche von 0,6 Hektar können 171 kg Fleisch produziert werden.

Land, das benötigt wird, um 1 Person ein Jahr lang zu ernähren:
Veganer: 0,06 Hektar
Vegetarier: 3 x so viel wie ein Veganer
Fleischesser: 18 x so viel wie ein Veganer

 

Vegane Ernährung ist unnatürlich

Was ist natürlich? Ist es natürlich, in beheizten Häusern zu leben, dass Wasser aus einem Hahn läuft und wir unser Essen auf Keramikkochfeldern kochen? Ist es natürlich, Pouletfilets in einer Plastikverpackung an einer elektronischen Kasse zu bezahlen, und ist es natürlich, die eingeflogene Banane in einem Land zu essen, in dem sie sonst gar nicht wachsen würde? Ihr seht, das Argument der „Unnatürlichkeit“ funktioniert in unserer modernen Welt in keine Richtung.

 

Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen

Es ist korrekt, dass der Urmensch Fleisch gebraucht hat, um sein grosses Gehirn zu entwickeln. Unser heutiger Körper hat aus anatomischer Sicht jedoch nicht mehr viel mit unseren Vorgängern gemeinsam, sondern ist viel mehr mit den Pflanzenfressern verwandt. Uns fehlen Klauen und lange, scharfe Zähne. Spätestens wer in rohes Fleisch beisst, merkt, dass unser Gebiss nicht dafür gemacht ist. Unser Verdauungstrakt, wie auch Speichel, Magen und Darm sind aus biologischer Sicht eher Pflanzenfressern zuzuschreiben.

Dieselbe Aussage begegnet einem auch bei Diskussionen gegen das Tragen von Tierpelz. „Früher hat man auch Pelz getragen“. Ich bezweifle, dass der Schmuck an der Kapuze noch denselben Wärmenutzen erbringt wie die steinzeitliche Kleidung.

Bildquelle: stoichart-leder.at & Canada Goose

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Vegane Ernährung ist nicht normal

Wie bei der Natürlichkeit, stossen wir auch hier auf eine Definitionsfrage: Was ist normal? Und wer bestimmt überhaupt was normal ist?

Früher war es normal, den Frauen das Wahlrecht zu untersagen, Sklaven zu halten und Verbrecher vor Publikum mit der Guillotine zu enthaupten. In manchen Ländern sind solche Dinge immer noch normal. Es ist also sicherlich auch eine kulturelle Frage.

Wichtig ist, auch aus Fehlern zu lernen, Dinge zu hinterfragen und zu überdenken. Und hey: Veganer nehmen doch niemandem was weg, wieso also immer diese Abwehrhaltung?

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Die Bilder aus der Massentierhaltung sind doch nur Extremfälle

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Quelle: Jahresbericht Animal-Rights Switzerland

100% dieser Tiere enden im Schlachthaus, egal aus welchem Betrieb sie stammen. Und nein, die werden da nicht sanft zu Tode gestreichelt. Es gibt keine humane Tötungsmethoden, sowie es auch niemals human ist, einen Menschen zu töten.

Überall wo Tiere benutzt werden, um aus ihnen Profit rauszuschlagen, geht automatisch Tierleid mither. Nicht nur bei Fleisch, das Leid ist auch bei Milch- Eiern und z.B. Honigprodukten allgegenwärtig.

 

Pflanzen haben auch Gefühle

Ob Pflanzen Gefühle haben ist umstritten. Klar ist jedoch, sie besitzen weder ein zentrales Nervensystem, noch ein Gehirn, noch sonstige vergleichbare Systeme, mit welchem sie Schmerzgefühle empfinden könnten.

Ihre Art Umweltreize wahrzunehmen ist nicht vergleichbar mit der Schmerzempfindung von Tieren.

Zudem essen Tiere während ihres Lebens eine grosse Menge an Pflanzen. Anstatt die Pflanzen direkt selbst zu essen, würden wir also den Umweg machen und doppeltes Leid hervorrufen: Das der Tiere und der Pflanzen, die als Tierfutter verwendet werden.

 

Bio ist doch völlig ok

Die Vorstellung der glücklich über eine grosse Weide rennenden Kuh hat leider wenig mit der Realität zu tun. Der kleine Anteil der als Artgerecht zertifizierten Betriebe kann gar nicht die riesige Nachfrage der Konsumenten decken. Vielleicht mag es diesen Tieren während ihres Lebens besser gehen, doch nach dem sehr kurzen Leben endet es immer gleich. Töten kann man nicht schön reden. Unfassbare Anzahlen männlicher Küken werden jährlich am Tag ihrer Geburt getötet, weil sie keine Eier legen und zu langsam an Gewicht zu legen. In Deutschland sind es jährlich über 40 Millionen (40‘000‘000). Das ist auch bei „Freilandhaltung“ nicht anders.

Jährlicher Gesamtkonsum

Quelle: Jahresbericht Animal-Rights Switzerland

Schweizer Durchschnitt

Quelle: Jahresbericht Animal-Rights Switzerland

 

Kühe müssen gemolken werden sonst platzen sie

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das die Babynahrung eines anderen Lebewesens konsumiert. Wann gibt eine Frau Milch? Wenn sie schwanger ist, bzw. ein Kind zur Welt gebracht hat. Dasselbe gilt auch für Kühe. Die Muttermilch enthält alle für das Baby notwendigen Nährstoffe und diese sind exakt auf das Kalb abgestimmt. Nur dass dieses nie einen Schluck davon kosten wird, denn die Kälber werden den Mutterkühen direkt nach der Geburt entrissen und zu Schlachtkühen herangezogen. Milchkühe werden in ständiger Schwangerschaft gehalten. Ihr könnt euch vorstellen, was für ein Stress das für das Tier bedeutet – stellt euch vor, was das für eine Frau bedeuten würde, eine Schwangerschaft nach der anderen und nach jeder Geburt wird einem sofort das Kind entrissen und man selbst wird an eine Melkmaschine geschleust, wo einem die Milch bis auf den letzten Tropfen abgepumpt wird. Für eine Milchkuh bedeutet dies, dass sie nach 4.5 Jahren ausgelaugt ist. Ihre natürliche Lebenserwartung läge bei 20-25 Jahren.

Was bei Menschen nicht ok wäre, ist auch bei Kühen nicht ok, ist bei keinem Lebewesen ok.

PETA hat zu diesem Thema einen interessanten Versuch gestartet:

Und eine interessante fotografische Dokumentation dazu findet ihr hier.

Damit hebt sich hoffentlich auch folgende Aussage aus meinem näheren Umfeld auf: „Eine Kuh ist rein körperlich schon viel mehr im Stande eine grosse Milchmenge zu produzieren als ein Hund.“

 

Vegan ist ungesund

Eine vegane Ernährung kann ungesund sein, sie kann aber auch gesund sein.

Eine nicht vegane Ernährung kann ungesund sein, genauso kann auch sie gesund sein.

Wer ständig auf Fertigprodukte zurückgreift lebt ungesund, dies gilt für beide Ernährungsformen. Bei jeder Ernährungsform kommt es auf die Nährstoffe drauf an und aus jeder Ernährungsform kann man eine Wissenschaft machen (es gibt sie ja, die Ernährungswissenschaft). Nicht nur für Veganer gilt der Grundsatz, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Genauso muss man aber auch nicht ständig mit einer Nährstofftabelle durch die Welt laufen. Eine Ernährung aus pflanzlichen Quellen gilt jedoch oft als vorteilhafter, wenn man mal bedenkt, wie viele Medikamente Tieren zugefügt werden, Antibiotika Rückstände und auch sonstige Pharmaka, die verschreibungspflichtig wären.

 

Veganer benötigen viele Vitamin- & Nahrungsergänzungspillen

Nein, denn auch hier kommt es grundsätzlich darauf an, wie ausgewogen die jeweilige Ernährung ist. Mängel können bei Veganern, wie auch bei Fleischessern auftreten. Das einzige, was Vegetarier und Veganer supplementieren müssen, ist B12. Hierzu eine Erklärung eines Arztes von meinem Lieblings veganen Youtube-Kanal:

Ich denke, die Supplementierung dieses Vitamins kann man in Kauf nehmen, wenn man bedenkt, welche Vorteile der vegane Lebensstil sonst mit sich bringt.

 

Woher kriegst du dann dein Protein?

Protein hat besonders mit der Zunahme der Fitnessszene an Popularität gewonnen. Es gibt zahlreiche pflanzliche Eiweissquellen, die im Gegensatz zu Fleisch ohne Medikamentenrückstände eingenommen werden können. Um ein paar Beispiele zu nennen: Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Quinoa, Buchweizen, Haferflocken, Nüsse (Cashews, Walnüsse, Mandeln, Erdnüsse etc.), Kerne und Samen (Sonnenblumenkerne, Chia, Sesam), Tofu, Tempeh. Gerne holen Anti-Veganer auch Wunderwaffen wie „Kalzium“ und „Eisen“ raus. Doch auch hier kann es kaum zu einem Defizit kommen, wenn man sich ausgewogen ernährt. Ihr seht: Auch eine herkömmliche Ernährung kann mit vielen Mangelerscheinungen einhergehen. Genauso kann dies eine Vegane.

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Dann darfst du ja fast nichts mehr essen! Nur noch Obst und Gemüse

Meine Antwort in Bildern:

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Für Neueinsteiger bietet Animal Rights Switzerland das Programm 22 Tage vegan probieren an. Ihr erhaltet während 22 Tagen Videos, Shoppingtipps Gutscheine und Informationen zum veganen Lebensstil für einen vereinfachten Einstieg.

Ausserdem kann ich euch das Instagram Profil einer Freundin von mir nur wärmstens empfehlen. Ich war bei ihr selbst schon zum Essen eingeladen und ihre Gerichte sind köstlich! =D

 

Vegane Ersatzprodukte sind so teuer

Ja, weil tierische Produkte durch die Massenproduktion so billig geworden sind. Das Problem ist also eher, dass nicht vegane Produkte zu billig sind zu Ungunsten der Tiere und unserer Umwelt. Eine vegane Ernährung basiert nicht auf Fertig-Ersatzprodukten und Superfood, sondern auf Gemüse, Obst und Getreide, was wiederum günstig zu bekommen ist. Im Zweifelsfall sollte doch nicht bei der Ernährung, sondern anderswo gespart werden.

 

Isst du auch kein Fisch?

Der Begriff der Pescetarier lässt mich oft die Stirn runzeln. Fische sind auch Tiere und es ist erwiesen, dass sie Schmerz empfinden, auch wenn sie diesen nicht lautstark zum Ausdruck bringen können. Auch hier möchte ich euch ein Video von „Vegan ist ungesund“ ans Herz legen:

Wie ihr seht, überschneiden sich viele Punkte miteinander. 50% unseres Sauerstoffs kommt aus den Weltmeeren und bis im Jahr 2048 werden diese ausgefischt sein. Da wären wir also wieder bei Punkt 1: Ökologische Gründe.

  • Für jedes 0,45 Kilogramm Fangfisch werden bis zu 2,26 Kilogramm Meerestiere unbeabsichtigt gefangen, getötet und entsorgt.

 

Veganer übertreiben es, sie sind zu extrem

Umfragen und Aktionen von Tierschutzorganisationen zeigen, dass die Mehrheit es grausam findet, Tiere mit Medikamenten vollzustopfen und sie für Tierversuche zu missbrauchen. Immer mehr verzichten auf die Mode von Pelz und Leder und schlagen den Weg zur veganen Ernährung ein. Diese Entscheidung treffen sie, weil sie die Vorteile dieser Lebensweise erkannt haben. Für sich, die Tiere und den Planeten. Solche positiven Wege sind nicht extrem, sondern der Weg in eine bessere Zukunft.

Übertrieben und extrem: Die Fakten

  • Weltbevölkerung 1812: 1 Milliarde; 1912: 1,5 Milliarden; 2012: 7 Milliarden
    Weltweit werden jährlich 70 Milliarden Farmtiere aufgezogen.
  • Jede Stunde werden mehr als 6 Millionen Tiere für die Lebensmittelproduktion getötet.
  • Auf der ganzen Welt trinken Menschen 19,7 Milliarden Liter Wasser und verzehren 9,52 Milliarden kg Lebensmittel pro Tag.
  • Kühe trinken 170,34 Milliarden Liter Wasser und fressen 61,23 Milliarden kg Futter täglich weltweit.

 

In der Tierwelt wird auch gejagt und gefressen, dann darf der Mensch das aucht

Die Karnivoren in der Tierwelt sind auf den Konsum von Fleisch zum Überleben angewiesen. Unser Körper hingegen kann sowohl tierische, wie auch pflanzliche Lebensmittel verwerten. Die Jagd in der Tierwelt kann kaum mit unserem Einkauf, in Plastik im Supermarkt abgepacktes Fleisch, verglichen werden.

 

Und was ist mit den hungerleidenden Menschen? Sind dir die egal?

Warum sollten mir diese Weltprobleme egal sein, wenn ich mich vegan ernähre? Das eine schliesst das andere nicht aus. Nur weil ich mich „nur“ für Tiere einsetze, heisst das nicht, dass mir Menschen egal sind. Im Gegenteil. Siehe „Tofu zerstört den Regenwald“ und die Ineffizienz des Fleischkonsums. Nur weil man sich gegen die Massentierhaltung einsetzt, ändert das nichts an der Notlage der anderen Menschen. Genauso wie es nichts an deren Lage ändert, wenn man sich für gar nichts einsetzt. Besser man setzt sich für irgendwas ein, als für gar nichts.

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Wir Menschen sind intelligenter als Tiere und sie sind zum essen da

Es zeugt nicht von Intelligenz, seine eigene Spezies als die beste über alle anderen Lebewesen zu stellen und empfindungsfähigen Wesen absichtlich Schmerzen zuzufügen. Nur für unseren Genuss, unseren Konsum und Wohlstand. Genauso wenig ist es nicht ok, behinderte Menschen grundlos zu töten, nur weil sich die anderen als wertvoller betrachten.

„Alles in allem steht meist die Unwilligkeit, den eigenen Konsum zu überdenken, zu verändern und auf gewisse Genussmittel zu verzichten, im Vordergrund.“

Quelle: vegan.at

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Ihr treibt die armen Landwirte in den Ruin

Money rules the world. Kommen wir also noch auf das liebe Geld zu sprechen, welches schlussendlich auch den Markt der Massentierhaltung beherrscht. Der Markt wird beherrscht von Angebot und Nachfrage. Wenn also immer mehr auf vegane Ernährung umsteigen, sinkt die Nachfrage nach tierischen Produkten und das Angebot muss sich zwanghaft senken – zum Vorteil der Tiere, zum Nachteil der Landwirte. Einige historische Beispiele von vegan.at:

Der Sklavenhandel war über sehr lange Zeit hinweg ein äußerst lukratives Geschäft. Sklav_innen wurden unter widrigsten Umständen „gehalten“, schlecht behandelt und ausgebeutet. Die Abschaffung der Sklaverei aus ethischen Gründen war dazumals ebenfalls mit finanziellen Einbußen verbunden (wobei die Sklaverei leider noch nicht überall ihr Ende gefunden hat). Hätte deshalb der Sklavenhandel beibehalten werden sollen, weil die armen Sklavenhändler_innen dadurch in den finanziellen Ruin getrieben wurden? Nein. Sollte folglich die finanzielle Situation der Landwirt_innen über das Wohl der Tiere gestellt werden? Nein.

Ein anderes Beispiel: Heute sind die gesundheitsschädlichen Effekte des Tabakkonsums weitreichend bekannt. Die wenigsten würden jedoch die armen Tabakerzeuger_innen beweinen, die durch zurückgehenden Zigarettenkonsum finanzielle Einbußen erleiden.

Die ethischen Dimensionen und Auswirkungen des Veganismus sollten eindeutig Vorrang vor dem finanziellen Wohl der Tiere ausbeutenden Industrie haben.

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Fazit 

Ich ernähre mich vegetarisch und bin auf dem Weg zur Veganerin. Zudem meide ich Zoos, boykottiere Nestlé, achte auf einen reduzierten Plastikverbrauch, eine minimalistischere Lebensweise und kaufe neue Kleidung nur noch unter Fairtrade Bedingungen ein. Ein paar Facts zu mir, die in einen Satz verpackt so manchen Überfordern würden und richtig nach Diskussionsstart schreien. Doch hey, das ist mein Weg und meine Sicht von „Korrekt“. Natürlich versuche ich meine Ansichten auch in meinem Umfeld und der Welt zu verbreiten und setze diese um, indem meine Klasse z.B. keinen Zooausflug unternimmt, mein Schatz beim Einkauf auch auf die Plastiktüten verzichtet, da ich unsere Stoffbeutel dabei habe… Man kann als positives Vorbild vorangehen, das eigene Konsumverhalten hinterfragen und Schritt für Schritt verändern, doch genauso muss man auch akzeptieren, wenn die Mitmenschen das nicht wollen. Kleine Schritte können grosses Bewirken – Angebot und Nachfrage – wenn wir aufhören, Dinge zu konsumieren, die schlecht für den Planeten (und uns) sind, verändert sich das Angebot.

Recht machen kann man es eh nie allen und jedem. Kritiker finden sich immer. Selbst wenn man nackt irgendwo im Busch vom Selbstanbau leben würde, käme noch einer mit „Du nimmst den Waldbewohnern Teile ihres Lebensraums weg“ oder sowas ähnlichem. Es gibt Kulturen, wo es in Ordnung ist, Hunde und Meerschweinchen zu verspeisen, genauso wie es bei uns in Ordnung ist, Schweine und Rinder zu essen. Für mich habe ich entschieden, dass ich jeglichen Konsum von tierischen Produkten nicht in Ordnung finde.

Mein Ziel ist es nicht, jeden meiner Leser, jeden in meinem Umfeld zu einem Veganer zu machen und ihnen meinen Weg von „Richtig“ aufzuzwingen. Viel wichtiger ist es mir, ein grundsätzliches Bewusstsein zu verbreiten. Hinterfragt Dinge und lernt dazu. Nehmt euch die Zeit, das Etikett von Produkten zu lesen oder nutzt die Feierabendstunde für eine lehrreiche Doku anstelle der immer gleichen Telenovelas. Für uns sind es wenige Sekunden, die wir darauf schauen – für die Tiere bedeutet es das ganze Leben. Wenige Sekunden, die entscheidend sind, auf die chemischen Inhaltsstoffe der Kosmetikcreme zu verzichten – eine grosse Entscheidung für unsere Haut, unser grösstes Organ.

Klar ist, so wie es derzeit auf der Welt läuft, kann es nicht weitergehen. Die Erde geht zu Grunde. Und ich möchte die Frage meiner Schüler oder vielleicht mal meiner eigenen Kinder, weshalb wir nicht aufgehört haben mit unserem Konsum, nicht damit beantworten „Weil es halt lecker war.“

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Ob das nur damit anfängt, nicht über andere zu lästern, da man dasselbe auch nicht hinter dem eigenen Rücken hören möchte, einem Fremden im Bus beim Niessen mit einem freundlichen „Gesundheit“ ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, oder aus diversen Gründen zur veganen Ernährung wechselt… Schlussendlich leben wir nur einmal und sollten das beste aus dieser Zeit herausholen – für uns selbst, unsere Mitmenschen und den Planeten.

 

Weiteres zu dem Thema**

Dokumentationen

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Der Blog einer Freundin von mir. Nicht nur ihre leckeren Rezepte machen Lust auf den veganen Lebensstil, auch sonst findet ihr auf ihrer Seite viele Informationen zum grünen Lebensstil. Unbedingt vorbeischauen =)

Alle erwähnten Quellen wurden von mir ausgesucht und sind unbezahlte Werbung.

Bei weiteren Tipps, Fragen oder Anliegen bin ich gerne per Kontaktformular erreichbar oder die Kommentarfunktion unterhalb dieses Beitrags steht dir zur Verfügung.

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