Gefahrene Kilometer: 5’964 km

Tag 21: Sturm

Was ist besser als zwei Tage am traumhaften Coral Bay zu relaxen, um die gesammelten Eindrücke der letzten Tage sacken zu lassen.

Motiviert starten wir unsere erste Fahrt zurück in den Süden runter. Die Luft in Coral Bay scheint viel schwüler als beim letzten Mal zu sein. Sofort machen wir uns auf zum Strand, wo uns der Anblick schockiert. Der weisse Sandstrand ist nun übersät von Algenwiesen, das Wasser an den meisten Stellen trüb und sehr unruhig. Wo ist unser Paradise Beach hin?

Wir verbringen den Tag mit lesen im Campingstuhl und fallen erschöpft und früh wie immer um 9 Uhr ins Bett.

Bis wir plötzlich um 1 Uhr in der Früh schlagartig erwachen. Draussen regnet es in Strömen. Es windet so stark, dass wir Angst haben, gleich klatscht ein Baum an unser Fenster. Auf dem Fahrweg hat sich schon beinahe ein Bach gebildet und plötzlich ist klar, weshalb sogar in der trockensten Landschaft immer wieder „Floodways“ gekennzeichnet sind. Die wenigen herumhaschenden Lichter in den umliegenden Zelten und Campern, die die Anwesenheit anderer Leute zeigen, beruhigen uns nur wenig. Wir fürchten uns vor für uns fremden Naturgewalten, haben Angst, evtl. eine Evakuierung verpasst zu haben oder gleich von einer Tsunami oder einem Wirbelsturm erfasst zu werden. Ja so schrecklich wütet es draussen!

Umso erleichtert sind wir, als sich der Sturm endlich beruhigt und wir sofort in den Tiefschlaf fallen.

Tag 22: Nicht so „bädelig“

Die Übrigbleibsel der Nacht finden wir am nächsten Tag in Form von Matsch und grossen Pfützen im ganzen Campingareal. Graue Wolken ziehen nach wie vor über den Himmel und so lässt sich der Tag kurzum wie folgt zusammenfassen: 📖📖📖

Tag 23: Ab in den Süden

Die Fahrpause hat mal wieder unglaublich gut getan. Und obwohl aus unserem Sonnen und Baden wettertechnisch nicht viel geworden ist, konnten wir genug Energie tanken, um Vorfreue auf das stundenlange hinterm Steuer sitzen zu haben. Es geht ab in den Süden, leider wieder zur Kälte und da sich der Monat dem Ende neigt, kommen wir dem australischen Winter näher, was wiederum kalte Nächte bringt.

Auf der Fahrt durch die trockene Landschaft von Coral Bay bis Carnarvon sehen wir zahlreiche Pfützen, teils kleine Seen des Regens der letzten Tage. Das Wasser wirkt beinahe pink durch die rote Erde und die einfallenden Sonnenstrahlen.

Die lange Fahrt wird aufgelockert durch einen Stopp bei den Quobba Blow Holes. Das Wasser hier ist so unruhig, dass die Wellen mit voller Wucht gegen die Felswand preschen und wie meterhohe Fontänen in die Höhe schiessen. Definitiv ein interessantes Naturschauspiel.

Tag 24: Zurück auf der Ranch

Es „rössäläd“🐴. Wir sind zurück auf der Pferderanch in Kalbarri und alles ist gleich wieder so vertraut. Das viele Grün, die roten Felsen des schönen Nationalparks, die vielen Fliegen 😅 und natürlich die zahlreichen schönen Pferde. Dies ist definitiv mein liebster Campingplatz und so freue ich mich, dieses mal gleich zwei Nächte hier zu bleiben.

Tag 25: Blue Holes Beach

Ich glaube, unsere Köpfchen brauchen derzeit echt viel Zeit, alle Eindrücke der letzten Wochen sacken zu lassen. So viel haben wir erlebt und gesehen, was uns nie wieder jemand nehmen kann. Einzigartige Erlebnisse, Träume die sich erfüllt haben und ein Dauerglückszustand, dass man das alles gar nicht recht fassen kann. Dass ICH glaub noch gar nicht recht fassen kann, was seit dem 1. Februar 2018 alles in meinem Leben passiert ist!😍 Und das trotz Eindruckverarbeitung durch Blogschreiben 😄. Und was nach wie vor auf mich zukommt😱. Ein Mix aus in der Vergangenheit schwelgen, sich auf die Zukunft freuen, aber am allerwichtigsten: Das Hier und Jetzt vollkommen auskosten!

Einen so Vollkommenen Moment finden Ramona und ich mal wieder am Strand und im Meer! Ja irgendwie gehören wir schon hierhin. Lange Spaziergänge bei denen wir anschliessend wieder ein Kilo Sand aus dem Camper beseln können 😋 und einen spontanen Hüpfer in einen der ruhigen blauen Pools am Blue Holes Beach machen.

Tag 26: Das Glück der Erde…

…liegt auf dem Rücken der Pferde sagt man. Das mag vielleicht für Pferdenarren gelten aber nicht unbedingt für uns Reitanfänger, wie wir heute feststellen müssen🙈. Auf den Sunrise Reitausflug haben wir uns schon seit Wochen gefreut, besonders nachdem wir bereits in Las Vegas einmal völlig geflasht von einem solch schönen Erlebnis waren. Aaaber, Ausflug gebucht und Helm aufgesetzt, wird uns definitiv zu spät mitgeteilt, dass dies kein einfach in einer Reihe hinterhertapsen ist. Und bei 7 hintereinanderreitenden Personen, wo die Pferde immer dicht aneinander bleiben sollen, gelingt dies nur noch im Trabschritt, in dem meine „Tassie“ alle paar Minuten zu Ramonas „Buzz“ aufschliesst. Und mich dabei beinahe vom Sattel schmeisst. Ich glaube nicht, dass wir zimperlich und unfähig sind, aber halt definitiv Anfänger!😅 Richtig nervös werden wir, als es ab ins Wasser zur Flussüberquerung geht. Reiten im Wasser, ein Bad mit dem Pferd! Ja es klingt märchenhaft und ist es auch, wenn man das kalte Wasser, welches unsere Schuhe und Jeans bis zur Kniehöhe tränkt ignoriert. Sooo tief müsste es dann doch nicht sein. Aber hier möchte ich stoppen mit den Negativsätzen und zu meinem Wauw-Moment kommen: wilde Kängurus! Hihi immer wieder eine Freude😊. Sie bleiben komplett relaxt und fürchten sich irgendwie gar nicht vor uns, nur weil wir auf den Pferden sitzen. Mega schön, ihnen so nah zu kommen. Die Route führt durch den Busch, über Sanddünen hinab zum Strand, vorbei und durch den Fluss zurück zur Ranch.

Alles in allem war dieser Ausflug trotzdem leider eher enttäuschend, da wir uns unsicher und ängstlich fühlten und das Reiten an sich und die eigentlich traumhafte Aussicht viel zu wenig geniessen konnten. Wir haben es wohl einfach anders erwartet und zusammen mit der mangelnden Kommunikation der Organisation kann es halt auch mal zu so einem eher enttäuschenden „Ouu“-Moment auf einer Reise führen.

Unsere schmerzenden Füdlis pflanzen wir am Abend auf die Campingstühle und geniessen mal wieder einen Sonnenuntergang mit perfekter Sicht vom Campingplatz direkt am Strand aus.

Tag 27: Pinnacles!

Habt ihr gedacht, wir lassen sie aus? Nene, die Pinnacles dürfen bei einer Reise an die Westküste doch nicht fehlen! 😃 Wir haben uns die Kalksteinwüste für den Schluss aufgespart. Auf dem Weg machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Lake Thetis, bei dem, ähnlich wie beim Hamelin Pool, Stromatoliten im Wasser sind, was irgendwie aussieht wie eine kleine Mondlandschaft im Wasser.

Daraufhin folgt die Fahrt zum, bzw. sogar durch den Pinnacles Desert, wo es einen Pinnacles Drive gibt, welcher mitten durch die zahlreichen Kalksteine hindurch führt.

Es sind viel mehr als wir erwartet haben! Einfach mitten im Grün weichen die zahlreichen Büsche plötzlich einer Wüstenlandschaft, in welcher sich diese Steine befinden. Und es ist wunderschön! Besonders bei Sonnenuntergang.😍

Es ist gerade noch so surreal, dass schon wieder ein Monat vorbei ist. Doch so vieles ist während diesen 4 Wochen passiert. Ihr konntet es ja auf dem Blog mitverfolgen.😊 Und ich muss es selbst immer wieder durchlesen, die Erlebnisse neu abrufen und durch die zahlreichen Fotos scrollen, um all die wunderbaren Momente zu realisieren und zu verarbeiten. Wieder eine neue Reiseart: Meine ersten Erfahrungen in einem Campervan. Diese selbstversorgende Reiseart hat mir unglaublich gefallen. Ein ganz neues Freiheitsgefühl, das zu Hause einfach immer dabei zu haben.😃 Wiederholungsbedarf! Irgendwo, irgendwann… die Welt ist so gross und es gibt noch immer so vieles, das ich sehen möchte. Darum folgt jetzt erneut ein Kontinentenwechsel: zurück nach Asien, Indonesien soll es nochmals sein, und zwar die Insel der Vulkane: Java!

Signatur verkleinert